Im Rahmen des European Month of Photography (EMOP) veranstaltet das Landesarchiv Berlin eine stadtfotografische Ausstellung in Kooperation mit dem Center for Metropolitan Studies der Technischen Universität Berlin.
Die Stadtfotografen des Landesarchivs André Wunstorf und Paul-Heinrich Grönboldt gehen in der Ausstellung „Pixel aus Beton – Die Digitalisierung des Stadtbildes“ der Frage nach, welche Rolle dem Bauzaun in der Erzählung der Stadt Berlin zukommt. Sie überprüfen mit ihren fotografischen Arbeiten, wie sich die digitalen Visionen auf Bauzäunen und die Wirklichkeit der Stadt zueinander verhalten. Historische Aufnahmen aus der Fotosammlung des Landesarchivs schlagen den Bogen in die Geschichte.
Der Fotograf André Wunstorf sagt zur thematischen Ausrichtung der Ausstellung: „Quer durch die Stadt wachsen Bürohäuser aus dem Boden. In Zeiten von Wohnungsnot und gleichzeitig leerstehenden Büroflächen stößt das bei Mieterinnen-Initiativen auf Kritik. In den Augen der Planungsbüros zu Unrecht. Sie entwerfen in Marketingkampagnen Visionen vom Office der Zukunft. Die Schlagwörter New Work und Digitalisierung schmücken neben hochglänzenden Grafiken die Bauzäune. Oft mit Slogans besprüht, markieren sie die Grenze zwischen den Interessen der Wohnungssuchenden und denen der Investoren, zwischen öffentlichem und privatem Raum, zwischen Zukunftsvision, Baustelle und Stadtraum. Dieses Element des Bauzauns interessiert uns als Fotografen der Stadt Berlin. In der Ausstellung zeigen wir den gegenwärtigen Stand eines längerfristig angelegten Projekts“.
Bereichert wird die Ausstellung durch eine Kooperation mit dem Center for Metropolitan Studies der TU Berlin. In dem Forschungsprojekt „The (Dis)Connected City“ untersuchen die Urbanistin Claudia Seldin und ihr Team das Marketingphänomen „vernetzte Stadt“ und prüfen, wie dieses Konzept von verschiedenen Akteurinnen in der Berliner Stadtlandschaft angeeignet wird: von Stadtmarketingagenturen, politischen Entscheidungsträgerinnen, Immobilienfirmen und sowohl lokalen als auch mobilen Bürgerinnen.
13. März bis 13. Juni 2025, Mo-Fr, 10 bis 17 Uhr
Landesarchiv Berlin, Eichborndamm 115-121, 13403 Berlin
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen unter: https://landesarchiv-berlin.de/fotoausstellung-pixel-aus-beton
Die GND im Archiv. Handreichung zur Nutzung von Normdaten
Vor kurzem ist die erste Handreichung der Interessengruppe Archiv der GND erschienen. Die Publikation “Die GND im Archiv. Handreichung zur Nutzung von Normdaten” finden Sie unter folgendem Link: https://collections.fes.de/publikationen/1562378
Die Handreichung wurde von Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsgruppe “Information und Wissensvermittlung” der Interessengruppe Archiv in Zusammenarbeit mit weiteren Arbeitsgruppen im GND-Netzwerk erarbeitet. Sie will den Umgang mit der Gemeinsamen Normdatei (GND) in Archiven durch die Bereitstellung von Informationen und Beispielen guter Praxis erleichtern. Wir wollen für den Einsatz von GND-Normdaten in Archiven motivieren und den Nutzen von Normdaten aufzeigen, ganz besonders für all diejenigen, die Archivgut recherchieren. Die Handreichung ist mit Screenshots aus der Praxis der Verzeichnung und Erschließung vieler unterschiedlicher Einrichtungen angereichert, darunter aus kommunalen Archiven, Universitätsarchiven, privaten und staatlichen Archiven.
Bei Fragen, Anregungen oder Interesse an einer Mitarbeit in der IG Archiv nutzen Sie gerne die Kontaktmöglichkeit auf unserer Seite: https://wiki.dnb.de/display/STAC/IG+Archiv
Dreiteiliger Podcast des Bundesarchivs über Entschädigung, geraubtes Eigentum und Millionen von Akten
Wie hat die Bundesrepublik Deutschland die Opfer der beispiellosen NS-Verbrechen entschädigt? Wie wurde geraubtes Eigentum zurückgegeben? Und lassen sich begangene Verbrechen überhaupt “wieder gut machen”? Um diese und weitere Fragen geht es im neuen, dreiteiligen Podcast “The German Wiedergutmachung”, der jetzt online verfügbar ist. In drei Folgen stehen zentrale Aspekte der Wiedergutmachung wie Restitution und Entschädigung NS-Verfolgter sowie der Umgang mit den sogenannten “Vergessenen Opfer” am Beispiel der Sinti und Roma im Mittelpunkt. Fachleute aus Wissenschaft und Gesellschaft beleuchten zusammen mit Podcast-Gastgeberin Nora Hespers, auch anhand historischer Dokumente aus dem Bundesarchiv, die Hintergründe der Wiedergutmachung. Der Podcast erscheint in einer deutschen und einer englischen Version.
“The German Wiedergutmachung” entstand im Auftrag des Bundesarchivs für das Online-Themenportal “Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts”.
Das vom Bundesministerium der Finanzen initiierte und vom Bundesarchiv konzipierte und gestaltete Themenportal bietet seit 2022 einen zentralen Zugang zu Millionen Akten der deutschen Wiedergutmachungspolitik und wird fortlaufend zu einem umfassenden Recherche- und Informationsort ausgebaut, der neben Archiv-Inhalten auch Hintergrundinformationen, Podcasts und Recherchehilfen bietet. Das Themenportal wird gemeinsam mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg, dem Leibniz-Institut FIZ Karlsruhe und dem Portal Deutsche Digitale Bibliothek umgesetzt.
Der neue Podcast erscheint zum Jahrestag der Ratifizierung des Luxemburger Abkommen zur sogenannten “Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts” am 18. März 1953. In diesem Abkommen übernahm die Bundesrepublik gegenüber dem Staat Israel die Verantwortung für die im Nationalsozialismus begangenen Verbrechen, insbesondere an Jüdinnen und Juden.
In der ersten Podcast-Folge “Eine Frage des Eigentums – Zwischen Raub und Recht” steht die Rückerstattung geraubten Eigentums im Mittelpunkt. Historiker Jürgen Lillteicher (Direktor des AlliiertenMuseums Berlin) spricht über den Beginn der Wiedergutmachung. Jurist Benjamin Lahusen (Universität Frankfurt an der Oder) wirft einen Blick in die damaligen Gerichtssäle, und die Provenienzforscherinnen Susanne Kiel und Kathrin Kleibl (LostLift-Datenbank) berichten über den Umgang mit dem Umzugsgut Verfolgter, das bei Kriegsausbruch in Häfen beschlagnahmt worden war.
Die zweite Folge “Eine Frage des Territoriums – Der Blick nach Westen” wirft einen Blick auf die Entschädigung von NS-Verfolgten in Westeuropa. Historiker Tim Geiger (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin) berichtet über die außenpolitische Geschichte der Wiedergutmachung, und Nicole Immler (University of Humanistic Studies in Utrecht) erklärt, wie Wiedergutmachung im Ausland wahrgenommen wurde. Außerdem berichtet Britta Weizenegger (Landesamt für Finanzen Rheinland-Pfalz), wie heute ein Amt für Wiedergutmachung arbeitet.
In der dritten Folge “Kampf um Anerkennung” geht es um die Wiedergutmachung für die in der NS-Zeit verfolgten Sinti und Roma. Sie stehen dabei stellvertretend für die sogenannten “Vergessenen Opfer” (wie Homosexuelle, sogenannte “Asoziale”, “Berufsverbrecher”), deren Leid erst Jahrzehnte nach dem Nazi-Terror Anerkennung und Entschädigung erfuhr. “The German Wiedergutmachung” hat den Vorsitzenden des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, die Präsidentin des Bundesgerichtshofes, Bettina Limperg, und Markus Metz vom bayerischen Landesverband der Sinti und Roma zu Gast.
Link zum Podcast: https://www.archivportal-d.de/content/themenportale/wiedergutmachung/podcast
Themenportal “Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts”: https://www.archivportal-d.de/themenportale/wiedergutmachung
19. Berliner Archivstammtisch am 26. März 2025 im Bundesarchiv
Der nächste Archivstammtisch findet am Mittwoch, 26. März 2025, um 16:30 Uhr Bundesarchiv, Standort Lichterfelde, statt.
Das Bundesarchiv sichert als obere Bundesbehörde an insgesamt 23 Standorten Archivgut des Bundes, das bei zentralen Stellen des Heiligen Römischen Reichs, des Deutschen Bundes, des Deutschen Reichs, der Besatzungszonen, der DDR und der Bundesrepublik entstanden ist, und ermöglicht die Nutzung dieser Materialien. Dabei handelt es sich um Unterlagen wie Akten, Karten, Bilder, Plakate, Filme und Tonaufzeichnungen in analoger und digitaler Form. Auf der geschichtsträchtigen Liegenschaft in Lichterfelde sind u.a. die Abteilungen Deutsches Reich, DDR und Audiovisuelle Medien angesiedelt.
Undine Beier, Leiterin des Referats AV 3 und Mitglied im Gesamtvorstand im VdA, wird gemeinsam mit ihrem Kollegen Jeffrey Böhm im Kinosaal eine Einführung zur Geschichte und Gegenwart, den Überlieferungen und Aufgabenbereichen sowie den Nutzungsmöglichkeiten des Bundesarchivs geben. Thematisiert werden auch die Digitalisierungsstrategien im Bundesarchiv und die Bestandserhaltung. Danach gibt es eine Führung über das Gelände, durch das Benutzungszentrum sowie das Magazin.
Im Anschluss gibt es wie immer Gelegenheit, sich in lockerer Runde auszutauschen, dieses Mal im Ristorante „Il Grano“ gegenüber vom Bundesarchiv, https://il-grano.de
26. März 2025, um 16:30 Uhr
Bundesarchiv, Standort Lichterfelde, Finckensteinallee 63, 12205 Berlin
Treffpunkt: Foyer des Benutzungszentrums
Anschließend ab 18:30 Uhr
Ristorante „Il Grano“, Finckensteinallee 58, 12205 Berlin-Lichterfelde
Bei Interesse bitten wir um eine verbindliche Rückmeldung mit Kontaktdaten bis zum 24.3.2025 an: lv-berlin@vda.archiv.net. Bitte geben Sie dabei an, ob Sie zur Archivführung, ins Restaurant oder zu beidem kommen wollen. Die Gruppengröße ist auf Grund der räumlichen Gegebenheiten auf 20 Personen beschränkt.
Möchten Sie gerne eine Führung im Rahmen des Berliner Archivstammtisches durch Ihr Archiv anbieten, wenden Sie Sich bitte an Bianca Welzing-Bräutigam (welzing-braeutigam@landesarchiv.berlin.de) oder Dr. Irina Schwab (irina.schwab@tu-berlin.de).
Rechtliche Aspekte bei Digitalisierungsprojekten
Am 31. März 2025 bietet digiS von 14 bis 17 Uhr einen Online-Vortrag mit anschließendem Q&A zum Thema “Rechtliche Aspekte bei Digitalisierungsprojekten” mit Prof. Dr. Paul Klimpel (iRights.Law) an. Prof. Klimpel wird eine Einführung in die Themen “Urheberrecht und verwandte Schutzrechte” sowie die Möglichkeiten der offenen Nachnutzung von Kulturdaten geben. Auch das Thema KI bzw. Text- und Data-Mining zur Erstellung von KI-Trainingsdatensätzen wird mit Blick auf die Ende 2024 ergangene Rechtsprechung im “LAION-Fall” einbezogen. Der aktuelle Stand zur Regelung und Umsetzung bei der Veröffentlichung von nicht verfügbaren Werken (Stichwort: EUIPO-Portal) wird im Vortrag ebenso berücksichtigt wie ein Blick auf die zwischen der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und der VG Bild-Kunst vereinbarte Testphase zur Präsentation von Abbildungen von Werken der bildenden Kunst, die von der VG Bild-Kunst lizenziert sind. Der Workshop ist kostenfrei.
Anmeldung: https://terminplaner6.dfn.de/en/b/564d104436e1d96d5ce84c37ba72021e-1096847
Den ZOOM-Link wird kurzfristig per E-Mail vor der Veranstaltung zugesandt .
Bildarchiv Foto Marburg gibt seine Fotos frei
Das Bildarchiv Foto Marburg zählt zu den größten Fotoarchiven zur europäischen Kunst und Architektur. Seit Anfang 2025 können die in der Datenbank “Bildindex der Kunst und Architektur” verfügbaren 1,2 Millionen Bilder gebührenfrei mit einer Creative Commons Lizenz verwendet werden. Damit folgt das Archiv der weltweiten OpenGLAM-Bewegung, welche sich für eine uneingeschränkte Verfügbarkeit digitalisierter Kulturgüter im Internet einsetzt. Erreichbar ist die Datenbank unter www.bildindex.de.
Im Unternehmensarchiv der Korsch AG zu Gast
Am 29. Januar 2025 lädt der BAK Information in das Unternehmensarchiv und das dazugehörige Museum der KORSCH AG ein, einem weltweit anerkannten Spezialisten für Tablettiertechnologie. Anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums 2019 wurde ein Unternehmensarchiv eingerichtet und die sogenannte KORSCH:Experience, ein Museum, in dem die Geschichte des Unternehmens nachvollzogen werden kann. Michael Dillmann (verantwortlich für Archiv und Museum) wird zunächst durch die Fabrik führen und anschließend das Archiv und die KORSCH:Experience zeigen.
Eine Anmeldung unter bak-information@gmx.de ist zwingend notwendig, da wegen der Sicherheitsvorkehrungen im Unternehmen eine Liste der Anmeldungen vorliegen muss.
Wann: 29. Januar 2025, 18 Uhr
Treffpunkt: Haupteingang der KORSCH AG, Breitenbachstraße 1, 13509 Berlin-Reinickendorf
Neue Ausgabe der „Berliner Archivrundschau“ erschienen
Bereits Anfang November 2024 ist die aktuelle Ausgabe der „Berliner Archivrundschau“ erschienen, die sich ganz dem Thema “Kolonialismus und Archive” widmet.
Vor 140 Jahren, am 15. November 1884, besprachen europäische Mächte auf einer Konferenz in der Berliner Wilhelmstraße 77 die Aufteilung eines ganzen Kontinents. Dazu und der Geschichte des Kolonialismus finden sich viele Dokumente in Berliner Archiven. Daher bot dieses Jubiläum den geeigneten Anlass, danach zu fragen, wie es um deren Zugänglichkeit bestellt ist und welche neuen Projekte es in diesem Zusammenhang gibt. Aber auch zu überlegen, ob diese Quellen, die ja die Sicht der Kolonialverwaltungen widerspiegeln und deren Sprache voll rassistischer Begrifflichkeiten ist, einer Kontextualisierung bedürfen, um die ehemals Kolonisierten nicht erneut zu stigmatisieren. Das Thema ist hochaktuell und so wollten sich ungewöhnlich viele Autorinnen und Autoren dazu äußern, weshalb das vorliegende Heft besonders umfangreich geworden ist.
Zugleich wurden im April 2024 erste Stufen des Berliner Aufarbeitungs- sowie Erinnerungskonzeptes zu Geschichte und Folgen des Kolonialismus vorgestellt, dessen Entwicklung das Abgeordnetenhaus 2019 beschlossen hatte. Im Kern geht es um neu zu schaffende Lern- und Erinnerungsorte, um Wissen über den deutschen Kolonialismus vermitteln. Zu fragen ist, wie auch Archive, die derzeit von diesem Prozess ausgeschlossen scheinen, sich dabei einbringen können.
Kurt-Schwaen-Archiv geht nach Dresden
Kurt Schwaen (1909-2007) gehörte zu den bekanntesten Komponisten der DDR. Nach seinem Tod betreute seine Frau Ina Iske-Schwaen den künstlerischen Nachlass in dem gemeinsamen Haus in Berlin-Mahlsdorf. Da Gespräche mit dem Berliner Stadtmuseum, der Staatsbibliothek oder der Akademie der Künste wegen einer Übernahme des Kurt-Schwaen-Archivs ohne Erfolg blieben, hat sich Iske-Schwaen nun entschieden, die Dokumente nach Dresden zu geben. Neue Heimstatt soll das Archiv für zeitgenössische Kompositionen an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) werden. Tonbänder sind schon im November nach Dresden umgezogen, Filmaufnahmen sollen demnächst folgen.
Archiv der Werkstatt der Kulturen gerettet
Die „taz“ berichtet heute, dass das Archiv der „Werkstatt der Kulturen“ gerettet worden ist. Akten, Hunderte Videokassetten, Tausende Poster und Flyer, alles Dokumente, die über die fast 30 Jahre Arbeit des Neuköllner Veranstaltungszentrums Auskunft geben. Nach der Insolvenz des Trägervereins der „Werkstatt der Kulturen“ 2020 konnten die Unterlagen zwar zunächst vor der Vernichtung bewahrt werden, lagerten jedoch dann in feuchten Kellerräumen. Im Januar 2024 hat sie Juana Awad dort entdeckt und übergangsweise im Tieranatomischen Theater der Charité unterbingen können. Dort hat sie diese einer ersten Sichtung unterzogen und nicht mehr zu rettende Dokumente kassiert. Nun ist sie auf der Suche nach einer geeigneteren Unterbringung. Bis dahin will sie rund 500 Dokumente digitalisieren und im Internet zugänglich machen.
Awad ist Wissenschaftlerin, Kuratorin und Künstlerin und arbeitet derzeit an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst an ihrer Dissertation mit Fokus auf die „Werkstatt der Kulturen” sowie weiteren Forschungsprojekten.